Planung und Bau einer Skateboard-Miniramp
Kurzbeschreibung des Projekts:
Im Schuljahr 2024/2025 wurde an unserer Mädchenrealschule, einer zertifizierten MINT-Schule, ein praxisorientiertes und innovatives Berufsorientierungsprojekt durchgeführt: Schülerinnen der 6. und 9. Jahrgangsstufe planten, konstruierten und bauten im Rahmen eines fächerübergreifenden MINT-Projekts eine eigene wetterbeständige Skateboard-Miniramp für den Pausenhof.
Dabei arbeiteten sie gemeinsam mit Lehrkräften und Auszubildenden der Firma Bosch – von der Idee über CAD-Zeichnungen im IT-Unterricht bis hin zur handwerklichen Umsetzung auf dem Schulhof.
Ziele und Berufsorientierung:
Das Projekt verfolgte das Ziel, Mädchen für MINT-Berufe zu begeistern und ihnen praxisnahe Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu ermöglichen. Die Schülerinnen lernten:
- Planungsprozesse mit CAD und Excel kennen
- Projektmanagement, Materialkunde und technische Abläufe
- handwerkliches Arbeiten mit professionellem Werkzeug
- Zusammenarbeit mit Auszubildenden und Fachkräften
- Arbeitsweisen in Berufen wie Bauzeichnerin, Tischlerin, Konstrukteurin oder Metallbauerin
Die kontinuierliche Begleitung durch eine betreuende Lehrkraft ermöglichte eine strukturierte, reflektierte Umsetzung und förderte zugleich die Selbstwirksamkeit der Schülerinnen.
Partner und Unterstützung:
Das Projekt wurde ermöglicht durch die Zusammenarbeit mit folgenden regionalen Partnern:
- REICHART Holzbautechnik GmbH
- Schneestern GmbH & Co. KG
- Metallbau Kössel GmbH
- Robert Bosch GmbH (inkl. aktiver Mitarbeit von vier Auszubildenden)
- Raiffeisenbank Immenstadt
- Sparkasse Allgäu
- Ridersheaven.com – Snowboard-Freeski and Surf-Store
- Kempodium
Besonderheiten des Projekts:
- Umsetzung eines komplexen MINT-Projekts mit handfestem Ergebnis
- Integration digitaler Kompetenzen (CAD-Zeichnungen, Excel-Berechnungen) im Unterricht
- Mädchenförderung im technischen Bereich an einer reinen Mädchenschule
- Teamarbeit mit Auszubildenden als reale Vorbilder aus der Arbeitswelt
- Nachhaltiger Nutzen: Die wetterbeständige Miniramp wird langfristig von der Schulgemeinschaft genutzt
Ergebnisse und Wirkung:
Im Rahmen des Projekts errichteten die Schülerinnen gemeinsam mit Lehrkräften und Auszubildenden der Firma Bosch eine wetterfeste Skateboard-Miniramp – ein echtes Highlight auf dem Schulgelände. Das Projekt zeichnete sich durch hohen Einsatz, Teamgeist und handwerkliches Können aus und wurde von allen Beteiligten mit großer Begeisterung getragen.
Die Miniramp steht nun offiziell zur Nutzung bereit – insbesondere für bewegte Pausen, Vertretungsstunden, die Offene Ganztagsschule (OGTS) sowie ggf. im Sportunterricht. Um Sicherheit und Verlässlichkeit zu gewährleisten, wurde ein klar geregeltes Nutzungskonzept erarbeitet:
- Die Nutzung ist nur mit gültigem Skateausweis erlaubt
- Nur mit vollständiger Schutzausrüstung (Helm, Ellenbogen- und Handgelenkschoner)
- Immer unter Aufsicht einer Lehrkraft
Dank der großzügigen Unterstützung durch den Skateshop „Ridersheaven“ aus Sonthofen, welcher kostenlos Skateboards und Schutzausrüstung zur Verfügung stellt, können auch Anfängerinnen ganz unkompliziert erste Erfahrungen im Skateboarden sammeln – ohne sich eigenes Equipment anschaffen zu müssen.
Als MINT-Schule und Mädchenschule war es uns ein besonderes Anliegen, ein Projekt umzusetzen, das technische Bildung, sportliche Betätigung, Selbstvertrauen und Gemeinschaft in einzigartiger Weise verbindet. Wir möchten unseren Schülerinnen Räume eröffnen, in denen sie ihre Fähigkeiten entdecken und stärken – in Theorie wie Praxis.
Teil I: Projektplanung und Vorbereitung
Die Idee zum Bau einer eigenen Skateboard-Miniramp entstand direkt aus dem Interesse der Schülerinnen heraus. Schritt für Schritt wurde das Projekt unter fachlicher Begleitung weiterentwickelt und konkretisiert.
Ein zentrales Element der Vorbereitungsphase war der Besuch bei der Firma Schneestern GmbH & Co. KG in Durach – einem spezialisierten Unternehmen im Skateparkbau. Dort erhielten die Schülerinnen eine fundierte Beratung zur Planung und Konstruktion von Miniramps, eine spannende Betriebsbesichtigung sowie CAD-Pläne, die als Grundlage für die eigene Rampenplanung dienten. Dadurch gewannen die Schülerinnen nicht nur ein besseres technisches Verständnis, sondern auch eine erste visuelle Vorstellung der Umsetzung.
In den darauffolgenden Wochen wurden intensiv Recherchen zu geeigneten Maßen und Konstruktionsprinzipien durchgeführt. Ziel war die Entwicklung einer anfängerfreundlichen Rampe mit geringer Höhe und einem großen Radius, um eine flache und sichere Fahrdynamik zu gewährleisten.
Mithilfe der CAD-Software Shapr3D entwarfen die Schülerinnen erste eigene 3D-Modelle der Miniramp, wodurch sie ein realistisches Bild vom späteren Endprodukt erhielten.
Parallel dazu begann die Sponsorensuche: In selbst verfassten E-Mails wandten sich die Schülerinnen an zahlreiche potenzielle Unterstützerfirmen. Als Anerkennung für die Unterstützung durch unsere Partner gestalteten die Schülerinnen außerdem eine Sponsorentafel, die sie mit der Software Adobe InDesign selbst designten. Diese wurde anschließend im Kempodium in Kempten professionell auf eine Platte gelasert und dokumentiert nun sichtbar und dauerhaft das Engagement aller Beteiligten.
Durch die Expertise der Firma Schneestern konnten die benötigten Materialien gezielt ausgewählt und die zu erwartenden Kosten realistisch eingeschätzt werden. Da die Miniramp dauerhaft im Freien aufgestellt wird, spielte die Wetterbeständigkeit der Konstruktion eine zentrale Rolle. Die Materialwahl erfolgte daher mit besonderem Augenmerk auf Haltbarkeit und Sicherheit:
- Verwendung von wetterresistentem Holz für die Unterkonstruktion
- exakte Berechnung von Lattenstärke und -menge
- Einsatz von Edelstahlschrauben in passender Stärke und Länge
- Nutzung von HPL-Platten als langlebige, rutschfeste Fahrfläche
All diese technischen Details wurden auf Grundlage der geplanten Rampenmaße sorgfältig berechnet. Ein weiterer wichtiger Planungsschritt war die Wahl des geeigneten Standorts auf dem Pausenhof. Neben der Lage mussten auch die Bodenverhältnisse berücksichtigt werden, um eine gleichmäßige und sichere Ausrichtung der Rampe zu gewährleisten. Nach Abwägung verschiedener Optionen entschieden sich die Schülerinnen für die Verwendung von verstellbaren Balkenstelzlagern, mit denen Bodenunebenheiten individuell ausgeglichen und ein funktionales Gefälle für den Wasserablauf geschaffen werden konnte.
